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 Das Seewindviertel

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BeitragThema: Das Seewindviertel   So Sep 19, 2010 6:48 pm

Wohngebiet hinter dem historischen Hafen. Auch diese Häuser wurden im viktorianischen Baustil erichtet. Der Name kommt von den gepflasterten, verschlungenen Gassen, durch die der Wind vom Meer aus bis tief in die Stadt bläßt.

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TheCrawler



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BeitragThema: Re: Das Seewindviertel   Mo Dez 05, 2011 11:18 pm

Abblätternder Putz, zerbrochene Scheiben und verblasste Farben - der Wind trug einen Duft von Salz und Algen in Aedans Nase als dieser vor seinem alten Heim stand, um das er sich während seiner Reise nicht mehr gekümmert hatte. Nicht, dass es vorher wesentlich besser ausgesehen hatte, aber den ehemaligen Ort seiner Zuflucht noch einen Schritt näher am Verfall zu sehen gab ihm ein Gefühl der Rastlosigkeit.
Aber dieses Leben hatte er sich ausgesucht. Keine Beziehungen, keine Bindungen, keine Einschränkungen.
Nach einer langen Zeit des Umsehens überall in Scalar musste er doch feststellen, dass dieser Ort doch am geeignetsten war für seinen Lebensstil. Selbst wenn man wusste, wo dieses Haus stand, würde man viele Eskapaden hinter sich bringen müssen um durch die engen und labyrinthartigen Gassen des Seewindviertels hierhin gelangen zu können.
Es war ein sonniger Nachmittag - heiß und schwül; dennoch legte Aedan seine langen Gewänder nicht ab. Im kühlen Dunkel seines Hauses gäbe es dazu ohnehin keinen Grund. Misstrauen konnte er in dieser Nachbarschaft auch nicht erwecken, jedenfalls nicht mehr als es bereits gab. Der Vorteil an diesem Viertel lag vor allem daran, dass die anderen Bewohner allesamt so misstrauisch waren, dass sie sich scheuten irgendwem von ihren Vermutungen zu berichten aus Angst, dass ihre gesamte Privatsphäre in einem Racheakt entblößt werden könnte. Es gab also keinen besseren Ort für grausames Spiel.
Nach einem Moment des Innehaltens schritt Aedan durch die Tür und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. Erschöpft glitt er in den verstaubten Sessel in der hintersten Ecke des einzigen Raumes und atmete tief durch.
Hier würde sie nun wieder beginnen, die Suche. Hoffentlich trägt sie dieses Mal Früchte.


Zuletzt von TheCrawler am Di Dez 06, 2011 6:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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TheCrawler



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BeitragThema: Re: Das Seewindviertel   Di Dez 06, 2011 5:21 pm

Als kühles, dumpfes Morgenlicht unscheinbar durch den zerfledderten Vorhang brach, wachte Aedan auf, rümpfte die Nase und grummelte etwas, stand aus dem alten Sessel auf, schleifte sich träge zum Regal und öffnete eine 2 Jahre alte Teedose, in der gerade genug Tee für eine Tasse war. In Begleitung von mindestens 50 Würfeln Zucker kippte er den Tee herunter, der so heiß war, wie der Tag in der Sonne werden würde.
Ich muss arbeit finden.
Geld kam leider noch nie schnell in seine Finger und ohne Tee in den nächsten Morgen zu gehen, konnte er sich nicht vorstellen. Er streckte sich, die Tasse Tee immer noch in der Hand, und kippte aus versehen den Rest Zucker auf den Teppich. Gleichgültig schaute er auf den Boden und hielt inne. Danach stellte er die Tasse ab und verließ das Haus.
Jetzt auf der Straße, fühlte er sich gleich beobachtet, aber mit einer gewissen Freude - wissend mit welcher Skepsis er beäugelt wurde.
Im Licht des wolkenlosen Morgens badend machte er sich auf die Suche nach Arbeit und Tee, vor allem letzteres erschien dringlich.
Als fachkundiger Verkäufer in einem Laden könnte er arbeiten, wegen seiner Fähigkeiten in der Manipulation von naiven Menschen, aber vielleicht auch als eigenständiger Geschäftsmann; das kam aber wohl kaum infrage, woher sollte er das Startkapital nehmen? Eins stand aber fest: er brauchte eine unauffällige Stelle im Kontakt mit möglichst vielen Menschen.
Hoffentlich würde er dort auch ein wenig mehr Frieden finden; von langen Reisen voller Tod und Leid geplagt, reizte ihn ein wenig mehr Ruhe und Zurückgezogenheit. Nicht zuletzt, weil er nur noch diesen einen Versuch wagen wollte, sein Ziel zu erreichen. Außerdem hatte er an der einfachen, harmlosen Art der Landbevölkerung Gefallen gefunden und fand sich zu so einem Leben seltsam hingezogen.
Aber seine Herkunft konnte er nicht abschütteln: manche Triebe blieben dauerhaft erhalten, auch wenn er sich oftmals nur nach Ruhe sehnte.
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